Alle Schwangeren gegen Influenza impfen

Alle Schwangeren gegen Influenza impfen

verantwortungslos, sondern auch anderen Kindern gegen€uber, erkl€art die Kommission der DAKJ. Dabei seien die von der STIKO f€ur Kinder empfohlenen Im...

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verantwortungslos, sondern auch anderen Kindern gegen€uber, erkl€art die Kommission der DAKJ. Dabei seien die von der STIKO f€ur Kinder empfohlenen Impfungen effektiv und gut vertr€aglich. ,,Durch die Impfprogramme der letzten Jahrzehnte konnten bedrohliche Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Poliomyelitis, Masern, Mumps und Keuchhusten zur€uckgedr€angt werden‘‘, so Heininger. Die allgemein empfohlenen Impfungen k€onnten meist harmlose Nebenwirkungen ausl€osen, aber im Gegensatz zu den verh€uteten Erkrankungen keine bleibenden Sch€aden hinterlassen. An die Politiker in Bund und L€andern € sowie an die Arztekammern appelliert die DAKJ, folgende in ihrer aktualisierten Stellungnahme erl€auterten Forderungen umzusetzen: &

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Die Bundesregierung soll, in Analogie zu anderen L€andern, das Infektionsschutzgesetz dahingehend erweitern, dass der Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung im Kindesalter nur bei altersgem€aß vollst€andigem Impfschutz entsprechend den aktuellen STIKO-Empfehlungen m€oglich ist. Dies gilt, sofern keine Kontraindikationen f€ur Impfungen vorliegen. Die Bundesl€ander sollen in die jeweiligen Landesgesetze zur institutionellen Betreuung in Kindertagesst€atten einheitliche Regelungen zur verbindlichen € €arztlichen Uberpr €ufung des Impfstatus in den Einrichtungen aufnehmen. Sie sollen außerdem Maßnahmen umsetzen, die auf eine Komplettierung des Impfschutzes vor Aufnahme in eine Einrichtung zielen. Die Aufkl€arung der Eltern €uber Infektionskrankheiten und altersgem€aßen Impfschutz gem€aß § 34 Infektionsschutzgesetz sowie €uber die Verantwortung, die Eltern durch die Impfung der Kinder f€ur das Gemeinwohl €ubernehmen, muss fl€achendeckend und kontinuierlich erfolgen. Die Landes€arztekammern sollen den Beschluss des 109. Deutschen € Arztetags aus dem Jahr 2006 umsetzen und rechtliche Schritte € gegen Arzte einleiten, die mit ihrem Verhalten gegen das Gebot der

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€arztlichen Sorgfalts- und Qualit€atssicherungspflicht verstoßen. Quelle: Management & Krankenhaus 9/2017

Alle Schwangeren gegen Influenza impfen Pressemitteilung des Berufsverbandes der Frauen€arzte e.V. und des Berufsverbandes der Kinder- und Jugend€arzte e.V. f€ur die medizinische Fach- und Standespresse – 29.08.2017. Seit 2010 empfiehlt die St€andige Impfkommission (STIKO), alle Schwangeren gegen Influenza zu impfen. Allerdings wird derzeit nur jede zehnte Schwangere immunisiert, wie die Epidemiologen des Zentralinstituts f€ur die Kassen€arztliche Versorgung Deutschlands festgestellt haben [1]. Die Impfung ist bei diesen Patientinnen aus vier Gr€unden sinnvoll, wie der Berufsverband der Frauen€arzte e.V. und der Berufsverband der Kinder- und Jugend€arzte e.V. mitteilen. Erstens ist in der Schwangerschaft das Immunsystem herunterreguliert, damit Immunreaktionen auf das Fremdeiweiß des Embryos unterdr€uckt werden. Dadurch verlaufen Grippe-Infektionen in der Schwangerschaft h€aufig schwerer als bei Nicht-Schwangeren; die Hospitalisierungsraten sind bis zu zehnmal h€oher als bei gleichaltrigen nicht-schwangeren Frauen, die mit Influenza infiziert sind [2]. Die schweren Infektionen ziehen zudem ein erh€ohtes Risiko f€ur einen vorzeitigen Wehenbeginn, f€ur Fehl- und Fr€uhgeburten nach sich. Zum Dritten werden die m€utterlichen Antik€orper nach der Impfung auch auf den Embryo weitergegeben, der dadurch in den ersten extrauterinen Lebensmonaten vor Influenza-Infektionen weitgehend gesch€utzt ist, solange das Immunsystem noch nicht ausreichend ausgereift ist. Influenza ist in den ersten Lebenswochen und -monaten eine bedrohliche Infektion bis hin zur Influenza-induzierten Enzephalopathie. Sehr kleine Fr€uhgeborene, die kurz nach der Geburt mit Influenza infiziert werden, haben ein erh€ohtes Risiko f€ur bleibende zerebrale Sch€aden und auch f€ur Todesf€alle [3].

Krh.-Hyg. + Inf.verh. 39 Heft 5 (2017): 176–191 http://www.elsevier.com/locate/khinf

Und zuletzt erh€ohten fieberhafte Infektionen und Bettl€agerigkeit das Risiko f€ur Thrombosen und Lungenembolien. Da das VTE-Risiko in der Schwangerschaft ohnehin erh€oht ist, potenzieren sich diese Risiken, wenn eine Schwangere an Influenza erkrankt. Eine Impfung hilft somit nicht nur, die Infektion selbst zu verhindern, sondern auch die mit ihr verbundenen Risiken f€ur thrombembolische Ereignisse [4]. Die Impfung kann zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft durchgef€uhrt werden. Sie schadet weder der Schwangeren noch dem Embryo, wie zahlreiche Untersuchungen gezeigt haben. Vor allem Frauen mit zus€atzlichen Risiken wir Herz- oder Lungenerkrankungen sollten auch im ersten Trimeter geimpft werden. Ansonsten wird eine Impfung, sofern sie nicht bereits vor der Schwangerschaft durchgef€uhrt wurde, erst ab dem zweiten Trimester empfohlen, um zu verhindern, dass die Immunisierung in einen Zusammenhang mit einem der h€aufigen Fr€uhaborte gebracht werden kann. Die Immunisierung in der Schwangerschaft hat eine Erfolgsrate von etwa 50%, was auf das herunterregulierte Immunsystem zur€uckgef€uhrt wird. Besonders gering sind die Erfolge bei Frauen mit reduzierter Immunkompetenz, meist in Folge einer zwingend notwendigen Arzneimitteltherapie. Trotzdem sollte gerade bei diesen Patientinnen nicht auf den Versuch verzichtet werden, einen Schutz gegen die Influenza aufzubauen, weil besonders in dieser gruppe ansonsten schwere Verl€aufe zu bef€urchten sind. Wenn eine Schwangere die InfluenzaImpfung ablehnt, so k€onnte es sich aus forensischen Gr€unden empfehlen, diese Entscheidung zu dokumentieren. Literatur: siehe Original-Publikation (FT)

Antibiotikaeinsatz und Antibiotikaresistenzen in Europa Das Europ€aische Zentrum f€ur die Pr€avention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC), die Europ€aische Beh€orde f€ur